In dieser Folge werde ich kurz und knapp über die nötige Theorie – also über die Kleinkindentwicklung – schreiben, um das kindliche Verhalten zu verstehen. Es gibt ein paar Sachen, dir mir täglich enorm helfen, Probleme zu meistern. Ich erzähle euch heute von einer EASY-Methode, die ich jeden tag benutze. Ihr werdet schnell Resultaten merken!
Kleinkinder verstehen
Viele Eltern fühlen sich während der Trotzphase erschöpft, erfolglos, unsicher oder haben Schuldgefühle. Das Hauptproblem ist, dass viele von ihnen denken, dass ihr Kind in der Lage ist viel früher fortgeschrittenen Verhaltensweisen zeigen wie: teilen, Frustration aushalten, Gefühle kontrollieren, sich still benehmen oder in Ruhe sitzen. Die Erwartungen mancher Eltern sind unrealistisch oder entsprechen schlicht nicht der Kleinkindentwicklung.
Kurz über die Kleinkindentwicklung
Kinder denken anders als wir Erwachsenen
Wutanfälle bei deinem Kind sind normal und sein Verhalten gesund. Ihr müsst wissen, dass der Gehirnbereich, der für Emotionen und Selbstbeherrschung verantwortlich ist, ist noch nicht ausgereift. Ein zweijähriges Kind kann seine Impulse nicht kontrollieren- die Selbstkontrolle setzt erst mit etwadreieinhalb bis vier Jahren ein. Dasselbe betrifft das Teilen. Teilen verlangt viel Empathie und diese beginnt sich erst mit etwa 4 Jahren oder später zu entwickeln.
Dein Kind begreift einfach noch nicht, dass es anderen das Spielzeug nicht wegnehmen darf.
Kinder begreifen das allmählich, dass Spielsachen auch anderen als ihnen selbst gehören können. Sie können auch beim Wegnehmen von Spielsachen denken, dass das eine Einladung zum Spielen ist. Kinder in diesem Alter haben kein Zeitverständnis, sie verstehen noch nicht die Aussage noch 5 Minuten auf ein Spielzeug warten. Die Aussage ist für sie völlig fremd.
Sie verstehen das Konzept der Individualität noch nicht, sie können die Dinge aus der anderen Perspektive noch nicht sehen, was für das Teilen erforderlich ist.
Was hilft?
Man kann das Kind ermutigen, sich abzuwechseln, aber bitte zwingt es nicht zum Teilen. Wenn das Kind eine Sache von einem anderen Kind haben möchte, dann sag ihm sanft, dass man nach den Spielsachen der anderen fragen muss und mach es ihm vor: „Darf ich deine Schaufel haben?“ Man kann auch durch andere Spielsachen ablenken.
EASY-Methode – Was ist das?
Die EASY-Methode ist eine perfekte Strategie, die dir beim unerwünschten Verhalten deines Kindes hilft. Sie schützt gleichzeitig dein Kind, ermöglicht es dir aber auch, die Grenzen einzuhalten – also eine ideale Mischung aus Mitgefühl und Bestimmtheit.
- Evaluieren, evaluiere die Situation, mach eine Pause und atme tief durch, um dich zu beruhigen.
- Anerkennen der Gefühle- sag, dass du ihn verstehst, zeig dein Verständnis
- Setzen und Einhalten von Grenzen – sag klar was, akzeptabel ist und was nicht. Das Kind lernt es nicht, wenn du es ihm nicht sagst.
- Yes- die positive Alternative – lenke die Aufmerksamkeit deines Kindes auf etwas, das es tun kann, biete ihm Alternativen an, die erlaubt sind.
Beispiel: Dein Kind hat einen Wutanfall beim Anziehen.
- Versuche dich zu beruhigen, denk daran, das ist ein kleines Wesen, das keine Ahnung von sozialen Regeln hat. Sein Gehirn ist noch nicht ausgereift und Emotionen steigen bei ihm sehr rasant hoch.
- Sag ihm bitte, dass du es verstehst und dass es völlig norma ist, dass man manchmal keine Lust hat, sich anzuziehen. Man kann erzählen, was passiert, wenn es sich anzieht – zum Beispiel: „Auf dem Tisch wartet ein leckeres Frühstück auf dich“ oder „Wir gehen danach zum Spielplatz“.
- Zeig dem Kind, dass jeder zu Hause angezogen ist. Außerdem kann man ihm anbieten, sich allein oder mit Hilfe anzuziehen, oder es fragen, welche Sachen es anziehen möchte und ihm zwei Alternativen vorschlagen.
- Wenn es klappt, dann viel loben, wenn nicht ablenken und später noch mal versuchen.
Diese Methode wende ich seit Jahren an, damals habe ich nicht gewusst, dass das eine Methode ist 🙂
