Gemeinsame Gespräche

In diesem Artikel werde ich über die Relevanz der gemeinsamen Gespräche für die kindliche Sprachentwicklung erzählen .

Auf dem Bild befindet sich eine Mutter mit ihrem Kind. Sie führen gemeinsame Gespräche

Dieses Thema liegt mir besonders auf dem Herzen. Es gibt viele Bücher, Ratgeber und Meinungen über Sprachförderung. Es ist unumstritten, dass Lesen, Erzählen, Singen und Reimen einen riesigen Einfluss auf die kindliche Sprachentwicklung haben. Es ist wissenschaftlich beiden, dass aktives Zuhören und Sprechen das Sprechen fördern – das ist logisch. Gemeinsame Gespräche bieten genau das an! Während intensiver gemeinsamer Gespräche ansteht eine besondere emotionale Bindung, die tiefgreifende Prozesse im Gehirn aktiviert. Nach Jahren der Arbeit mit Kindern und jetzt während der Erziehung meines eigenen Kindes beobachte ich die magische Wirkung und Freude solcher Gespräche.

Es mag trivial klingeln, wenn ich schreibe, dass ich sogar oft Einkaufslisten oder Kochprozesse mit meinem Sohn bespreche. Ich erzähle ihm, was wir kochen werden und was wie dazu brauchen – dadurch fühlt er sich wichtig. Das Kind ist dein Ansprechpartner. Ich zeige ihm verschiedene Lebensmittel, er stellt Fragen, riecht an ihnen und probiert sie manchmal auch. Ich nenne nebenbei die Farben dieser Lebensmittel. Ich stelle beispielsweise Fragen wie: „Welches Obst oder welches Gemüse magst du am liebsten?“, und ein zweijähriges Kind antwortet oder zeigt darauf. Es ist erstaunlich, dass so ein kleiner Mensch schon Vorlieben hat. Oder um ein weiteres Bespiel zu nennen: Ein gutes Gedicht sollte bestimmte Emotionen auslösen. Ein gelesenes Gedicht bietet eine gute Gelegenheit zum gemeinsamen Sprechen. Wenn es um Prosa geht, habe ich beobachtet, dass das Vorgelesene nicht so attraktiv ist wie das Erzählte. Deswegen erzähle ich meinem Kind, was sich auf den Bildern befindet und mache daraus kleine Geschichten. Das muss man sich merken: Was für uns einfach und belanglos ist, ist für das Kind bedeutend. Nehmen wir ein klassisches Kinderlied: „Backe, backe Kuchen…“ Du kannst fragen, welche Torten oder Kuchen dein Kind mag, welches Obst es zum Backen verwenden würde und was es dazu trinken möchte. Es ist nicht zu klein dafür! Auch bei Spaziergängen zeigt man ihm die Umgebung, und die Umwelt – du zeigst ihm die ganze Welt. Es ist nie zu früh, um zu erzählen, wie die Bäume heißen, welche Früchte sie uns geben oder welche Vögel in der Region fliegen. Man hört oft von anderen: „Ach dafür ist es noch zu klein.“ Das ist leider nicht wahr. Das Gehirn nimmt das alles auf uns speichert es. Wenn etwas oft wiederholt wird, z.B. dass Kastanien „Kastanien“ heißen, dann nimmt das Kind solche Kastanien in die Hand und spielt damit zu Hause. Wenn das keine einmaligen Sachen sind, dann bleibt das im Langzeitgedächtnis. Alles sollte auf spielerische Art und Weise passieren. Du wirst schnell merken, dass dein Kind gleich Dialoge baut. Sprechen lernt man durch das Sprechen!